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Medizinisch geprüft: Verfasst und überprüft von Dr. med. Thomas Weber (Facharzt für Urologie). Letzte Aktualisierung: Januar 2026.

Anatomie und Funktion der Prostata (Vorsteherdrüse)

Die Prostata (auf Deutsch: Vorsteherdrüse) ist eine akzessorische Geschlechtsdrüse beim Mann. Sie besitzt beim jungen Erwachsenen in etwa die Form und Größe einer Kastanie und wiegt im normalen, unveränderten Zustand etwa 15 bis 25 Gramm. Obwohl sie relativ klein ist, erfüllt sie im männlichen Urogenitaltrakt lebenswichtige Aufgaben.

Lage der Prostata im Becken

Die Prostata befindet sich tief im männlichen Becken unmittelbar unterhalb der Harnblase und umschließt den anfangenden Teil der männlichen Harnröhre (Urethra) manschettenartig. Direkt hinter der Prostata liegt der Enddarm (Rektum). Diese anatomische Nähe ermöglicht es dem Urologen, die Vorsteherdrüse bei einer Vorsorgeuntersuchung schmerzfrei durch die Darmwand hindurch abzutasten (digitale rektale Untersuchung).

Die 3 Hauptzonen der Vorsteherdrüse

Anatomisch wird die Prostata nach dem Zonenmodell von McNeal in verschiedene Bereiche unterteilt:

Physiologische Aufgaben und Sekretproduktion

Die Hauptfunktion der Prostata besteht darin, ein dünnflüssiges, leicht milchiges Sekret zu produzieren. Dieses Sekret wird beim Samenerguss (Ejakulation) der Samenflüssigkeit beigemengt und macht etwa 20 bis 30 Prozent des Gesamtvolumens des Ejakulats aus.

Das Prostatasekret hat eine leicht alkalische Reaktion (pH-Wert ca. 6,4 bis 6,8), welche die saure Umgebung der weiblichen Scheide neutralisiert und somit das Überleben und die Beweglichkeit der Spermien sichert. Es enthält essenzielle Inhaltsstoffe:

Hormonelle Steuerung

Die Entwicklung, das Wachstum und die dauerhafte Funktion der Prostata hängen vom männlichen Sexualhormon Testosteron ab. In den Zellen der Prostata wird Testosteron durch das Enzym 5-Alpha-Reduktase in das wesentlich wirksamere Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt. DHT bindet an spezifische Rezeptoren und steuert die Zellteilung im Drüsengewebe.

Wissenschaftliche Quellennachweise & Literatur:

  1. Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU): S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Prostatakarzinoms, Stand 2025/2026.
  2. Campbell-Walsh-Wein Urology, 12th Edition: Anatomy of the Lower Urinary Tract and Male Genitalia.
  3. Robert Koch-Institut (RKI): Krebs in Deutschland – Prostatakarzinom, Berlin.
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen ausschließlich der sachlichen Aufklärung. Bei konkreten Beschwerden wenden Sie sich bitte stets an Ihren Urologen. Haftungsausschluss lesen.