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Medizinisch geprüft: Verfasst und überprüft von Dr. med. Thomas Weber (Facharzt für Urologie). Basiert auf der aktuellen S3-Leitlinie.

Urologische Vorsorge und Untersuchungsmethoden in Deutschland

Die regelmäßige urologische Vorsorge gehört zu den wichtigsten Maßnahmen für Männer ab dem mittleren Lebensalter. Da viele Veränderungen an der Prostata im Frühstadium ohne spürbare Schmerzen verlaufen, ermöglicht die Früherkennung rechtzeitige Behandlungen.

Gesetzliche Vorsorge in Deutschland

In Deutschland haben gesetzlich krankenversicherte Männer ab dem 45. Lebensjahr Anspruch auf eine jährliche kostenlose Früherkennungsuntersuchung der Genitalorgane und der Prostata. Bei familiärer Vorbelastung (z. B. Prostatakrebs bei Vater oder Brüdern) wird der Beginn bereits ab dem 40. Lebensjahr empfohlen.

Die 3 wichtigsten Untersuchungsmethoden

1. Digitale rektale Untersuchung (DRU)

Die Tastuntersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Sekunden. Der Urologe führt mit einem Handschuh und Gleitgel den Zeigefinger vorsichtig in den Enddarm ein. Da die Prostata direkt an der Darmwand anliegt, kann der Arzt Größe, Festigkeit, Symmetrie und eventuelle Verhärtungen ertasten.

2. Bestimmung des PSA-Wertes (Bluttest)

Das Prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, das ausschließlich von den Zellen der Prostata gebildet wird. Ein kleiner Teil gelangt ins Blut. Der PSA-Test misst diesen Wert im Labor.

3. Transrektaler Ultraschall (TRUS)

Mittels einer schlanken Ultraschallsonde, die in den Enddarm eingeführt wird, lässt sich die Prostata hochauflösend auf einem Monitor abbilden. Der Arzt kann das exakte Volumen bestimmen und Gewebestrukturen beurteilen.

Wissenschaftliche Quellennachweise:

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Richtlinie über die Früherkennung von Krebserkrankungen, Deutschland.
  2. Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU): S3-Leitlinie Prostatakarzinom: Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3.
Medizinischer Hinweis: Sprechen Sie mit Ihrem Urologen über Vor- und Nachteile individueller Früherkennungsuntersuchungen (z. B. PSA-Test als IGeL-Leistung). Haftungsausschluss lesen.